Bohnenaussaat 2010 – keine einfache Angelegenheit
Die Witterung in diesem Frühjahr hat vermutlich vielen unserer BohnenpatInnen vor Probleme gestellt. Ihre Sorten keimten schlecht oder gar nicht.
Bohnen brauchen zur Keimung eine Bodentemperatur von mindestens 10 – 12 Grad Celsius, deshalb sollte nicht in kalte und nasse Erde gesät werden, da hier die Keimung länger dauert oder die Bohnen vor einer Keimung bereits verfaulen. Bedroht sind solch lange im Boden ruhende Kerne auch von verschiedenen Arten der Wurzelfliege. Ihre Maden können Kerne und sprossende Keime fast vollständig zerstören bevor sie ans Licht gelangen. Ist der Schaden geringer, so kommen die Bohnenkeimlinge mit braunen, durchlöcherten Keimblättern oder nur mit einem Keimblatt aus der Erde und sind nur schwer überlebensfähig.
Hilfreich ist es, Bohnenkerne vor der Aussaat eine Stunde zum Vorquellen in Wasser oder stärkende Brennesselbrühe zu legen und durch ausreichende Wärme (bis 30°C) für eine schnelle Entwicklung zu sorgen. In klimatisch schwierigen Gebieten können Bohnen im Topf vorgezogen werden, wobei die Verwendung von Aussaaterde den Befall mit Wurzelfliegenlarven verhindert. Die Pflanzen können gesetzt, wenn sie die ersten Blätter gebildet haben und die Temperatur es zulässt. Hilfreich ist es jedoch, eine warme Wetterperiode abzuwarten.
Bei Aussaat von Buschbohnen bis Ende Juni besteht noch eine Chance, eigenes Saatgut zu erhalten. Für Stangenbohnen endet die Zeit für eine Aussaat zur Vermehrung bereits Mitte Juni. Ob die Ausreife solch später Aussaaten gelingt, hängt jedoch im Wesentlichen vom weiteren Verlauf der Witterung ab und natürlich auch von der jeweiligen Sorte.
Für die Nutzung in der Küche können Stangenbohnen noch bis Ende Juni, Buschbohnen sogar bis Mitte Juli gelegt werden.
In beiden Fällen ist die Beobachtung und Beschreibung der Sorte ein guter Einstieg in deren späteren Erhalt.
