Spinat

Spinat Foto: Susanne Goroll
Botanischer Name: 
Spinacia oleracea
Spinat gehört zu der Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae).
Eine Wildform ist nicht bekannt. Vermutlich wurde er im Iran zuerst in Kultur genommen. Bereits im Mittelalter fand er Verbreitung in den Gärten Mitteleuropas.
Es wird unterschieden zwischen Sommer- und Winterspinat, außerdem zwischen rundsamigen Varietäten und den älteren spitzsamigen Züchtungen.
Anbau: 
Er eignet sich als Vor- und Nach- und Überwinterungskultur, am besten direkt ins Freiland gesät. In der Mischkultur und Fruchtfolge verträgt er sich mit den meisten Pflanzen, nicht aber mit anderen Gemüsepflanzen der eigenen Familie (Mangold, Rote Bete, Melde).
Im Sommer ist der Anbau nicht möglich, da Spinat als Langtagspflanze bei langer Tagesdauer und hohen Temperaturen schnell in Blüte geht und dann nicht mehr schmackhaft ist. Für diese Zeit gibt es alternative Blattpflanzen (Mangold, Neuseeländerspinat, usw)                                        
Aussaat der Frühjahrssorten: Mitte März-April
Aussaat von Herbst- und Überwinterungssorten: August-September
Keimtemperatur: über 5° C, Dunkelkeimer.
Die alten spitzsamigen Sorten sind besonders winterhart.
Er benötigt lockeren, feuchten und humosen Boden. Auf Sand- und zu schweren Böden gedeiht er schlecht. Die Düngung sollte nicht zu stickstoffreich sein, da dann viel Nitrat in den Blättern gespeichert wird.
Ernte: 
Nach 7-8 Wochen, Überwinterungskultur länger.
Wenn nur einzelne Blätter von außen gepflückt werden, wächst die Pflanze von innen nach.
Vermehrung: 
Spinat ist ein Fremd- und Windbestäuber, zum Erhalt der Sortenreinheit sollte deshalb für einen Sicherheitsabstand von 200m  zur einer anderen Sorte gesorgt werden.
Spinat ist zweihäusig, das heißt es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Möchte man eigenes Saatgut gewinnen, sollten immer genügend potentielle Samenträger (10-20) zur Blüte kommen, da der Geschlechtsunterschied vorher schwer zu erkennen ist, um eine große genetische Variabilität innerhalb der Sorte zu erhalten und eine Auslese der erwünschten Eigenschaften zu ermöglichen.
Weibl. Spinatblüte Foto: Susanne Goroll

Weibliche Spinatblüte

Männl. Spinatblüte Foto: Susanne Goroll

                              Männliche Spinatblüte                                                              

Neueste Züchtungen sind einhäusig, haben männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze. Dadurch haben alle die Eigenschaft der weiblichen übernommen, die eine größere Blattmasse bilden. 
Frühjahrssaaten blühen im ersten Jahr, Herbstsaaten erst im nächsten.
Die Samenstände der weiblichen Pflanzen müssen voll ausreifen, dann abschneiden und nachreifen lassen.
Bei sachgemäßer Lagerung bleiben die Samen 4-5 Jahre keimfähig.
Nutzung: 
Roh als Salat und in vielen Variationen als Gemüse gedünstet. Gute Gefriereignung.
Spinat ist reich an Mineralien und Vitaminen. Er enthält relativ viel Oxalsäure, was für gesunde Menschen mit ausreichender Calziumzufuhr in der Nahrung problemlos ist.
Tipps: 

Die Gartenbaupionierin Gertrud Franck nutzte Spinat als essbare, schnell verrottende Gründüngung. Er hinterläßt eine gute Bodengare. Seine tiefreichenden Pfahlwurzeln sollten im Boden verbleiben und ungenutzte Blätter als Mulch dienen.

Text: Susanne Goroll