Grünkohl

Grünkohl Foto: Susanne Goroll
Botanischer Name: 
Brassica oleracea var. sabellica

Als gesundes Wintergemüse sollte der Grünkohl in keinem Gemüsegarten fehlen, er übersteht Fröste von - 15°C. Besonders alte Sorten zeigen vielerlei Varianten: von niedrig bis hochwachsend, von stark bis wenig gekraust, Farbgebungen von grün bis blaurot. 

Sein Vorfahre, der Wildkohl, wächst an den Küsten des Mittelmeeres und des Atlantiks. Schon vor Christi Geburt begannen die Menschen aus dem Wildkohl verschiedene Kulturkohlsorten auszulesen.

Andere, auch regionale Namen sind Braunkohl, Federkohl, Krauskohl, Ostfriesische Palme ....

                                                               Altmärker Braunkohl 

Anbau: 
Aussaat: Anfang bis Mitte Juni in Vorzuchttöpfen oder Freiland.
Pflanzung: Ende Juni bis Mitte Juli, etwa 40-50cm Pflanzabstand: 50 x 50 cm.
Kohlpflanzen benötigen einen sonnigen Ort und nährstoffreichen Boden. Um Krankheiten vorzubeugen, dürfen Kohlgewächse erst im 4. Jahr wieder auf der gleichen Fläche angebaut werden.
Gegen Schädlinge, wie Kohlweißling, Kohlfliege oder Weiße Fliege, helfen Kulturschutznetze, ab November können sie entfernt werden.
Ernte: 

Ernte: zwischen November und März. Nach den ersten kühlen, herbstlichen Tagen entwickelt der Grünkohl seinen Wohlgeschmack.

Läßt man die abgeernteten Strünke im Beet stehen, so treiben sie früh im Jahr neue, zarte Blätter.

Vermehrung: 

Grünkohl blüht erst im 2. Jahr.

Um sortenreines, keimfähiges Saatgut zu erzeugen, ist es unbedingt notwendig, daß der Grünkohl, als Fremdbestäuber, von Pollen anderer Individuen der gleichen Sorte bestäubt wird. Verkreuzungen können mit allen blühenden Pflanzen der Art Brassica oleracea geschehen, deshalb muß ein Isolationsabstand von mindestens 150m eingehalten werden, bzw. Isolationsnetze gegen unerwünschte Insektenbestäubung angebracht werden. Es dürfen nicht zu wenige Pflanzen der gleichen Sorte zur Vermehrung genommen werden (mindestens 10-15), sonst kommt es zur sogenannten Inzuchtdepression, die Vitalität der Nachkommen läßt nach. Mit anderen Worten: nichts für Anfänger in der Samengärtnerei.

Die bei trockenem Wetter gesammelten Samen werden nachgetrocknet und gedroschen. Bei sachgemäßer Lagerung bleiben die Samen 5 Jahre keimfähig.

Nutzung: 

Junge Blätter können wie Spinat nur blanchiert, ältere als Kochgemüse genutzt werden.

Neben der in Norddeutschland verbreiteten Variante mit fettem Fleisch und Wurst, lassen die Grünkohlzubereitungen hierzulande an Vielfalt zu wünschen übrig. Er läßt sich bestens mit Kartoffeln und Nudeln kombinieren und als Auflauf und Gemüsebeilage zubereiten, auch für vegetarische Gerichte und Smoothies.

Im Ofen getrockneter und gesalzener Grünkohl ist wie Chips zu knabbern.

Grünkohl gehört zu den gesündesten Nahrungsmitteln überhaupt: er enthält viele Vitamine, Kalzium und andere wertvolle Inhaltstoffe.

Text: Susanne Goroll