Was sind eigentlich Nutzpflanzen?

Nutzpflanzen sind Kulturpflanzen, die als Nahrungsmittel für Menschen, als Viehfutter oder aber auch für technische Zwecke verwendet werden. Hierbei unterscheidet man kultivierte und wild wachsende Nutzpflanzen; Zierpflanzen sind eine eigenständige Kategorie. Vor mehr als 12.000 Jahren begannen Menschen in Vorderasien und Anatolien, die ersten Getreidearten (Einkorn, Emmer, Gerste und Roggen) anzubauen und erfanden damit die Landwirtschaft. Durch Selektion der ertragreichsten und gesündesten Pflanzen und Verwendung des Körnerertrags als Saatgut für das kommende Jahr sowie durch Ackerbaumaßnahmen, Unkrautbekämpfung und Düngung mit Mist versuchte man in den folgenden Jahrhunderten, den Ertrag zu verbessern und die Ernte zu sichern. Trotzdem traten immer wieder Hungersnöte auf. Daher entstanden ab dem 18. Jahrhundert Forschungs- und Lehranstalten der Pflanzenbauwissenschaften. Die Erträge der Nutzpflanzen wurden seitdem durch Pflanzenbau, Pflanzenschutz und Pflanzenzucht gesichert und teilweise stark erhöht. Leider ging hiermit auch der Verlust vieler Sorten einher, die ausselektiert wurden. Seit den 1980er Jahren wird zur Unterstützung der Pflanzenzucht auch die Gentechnik angewandt. Der Anbau von GVO-Nutzpflanzen erfolgt in den USA auf mehr als 100 Mio ha (2006) - in Europa ist der GVO-Anbau umstritten und rechtlich eingeschränkt.

 

Sollten Pflanzen Rechte haben? - Eine Provokation.

Pflanzen reagieren auf Reize, das weiß jeder, der einmal mit dem Finger über ein Mimosenblatt gestrichen hat. Neuere Forschungen zeigen, dass Pflanzen kommunizieren,  aus Erfahrung lernen und sich erinnern können. Sie haben sogar ein Immunsystem. Pflanzen sind einerseits sehr anpassungsfähige, andererseits sehr verletzbare Individuen. Sollten wir deshalb nicht auch den Pflanzen als lebende Wesen um ihrer selbst Willen Anspruchsrechte zugestehen? 

www.blauen-institut.ch/tx_blu/tp/tpt/t_rheinau.pdf