Standpunkte

Der VEN e. V. ist Mitglied in der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut). Hier haben sich Erhaltungs-, Züchtungsorganisationen und Saatgutunternehmen aus dem gewerblichen und nicht gewerblichen Bereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. Sie setzen auf Züchtungs- und Vermehrungsmethoden, die einem ganzheitlichen Pflanzenbild entsprechen. Den Einsatz von Gentechnik lehnen sie ab.

Weltweite Zusammenarbeit: Die IG Saatgut kooperiert mit Gleichgesinnten auf nationaler Ebene sowie in vielen anderen Ländern.

Ziele

  • Gentechnikfreies Saatgut dauerhaft sichern und zur Verfügung stellen
  • Gentechnikfreie Kulturpflanzenvielfalt als Basis zukünftiger Züchtung und Ernährung erhalten und entwickeln
  • Initiativen und Unternehmen, die an gentechnikfreien Kulturpflanzen, ihrer Erhaltung, Entwicklung, Züchtung und Nutzung arbeiten, langfristig sichern

Forderungen

  1. Stopp des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen
  2. Schutz gentechnikfreier Saatgutarbeit:
    • Durch GVO-Verunreinigungen entstehende Folgekosten für die gentechnikfreie Saatgutarbeit müssen GVO-NutzerInnen tragen [GVO = gentechnisch veränderter Organismus].
    • Saatgut mit GVO-Spuren muss gekennzeichnet werden.
    • Keine Gentechnik in öffentlichen Genbanken.
    • Gesetzliche Regelungen müssen GVO-Verunreinigungen in privat und gewerblich erzeugtem Saatgut ausschließen.

Durch Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, oft gemeinsam mit anderen Organisationen, macht die IG Saatgut ihre Forderungen in geeigneter Weise bekannt. Es werden Positionen zur Politik der EU, nationalen Regierungen und anderen erarbeitet, beispielsweise zur Reform der EU-Saatgutgesetzgebung.

Aktivitäten der IG Saatgut

  • Entwicklung von Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Kulturarten (bspw. Mais, Raps, Rübe, Zichorie)
  • Organisation von Wissenstransfer
  • Information über Saatgut-relevante Themen (z. B. über den Newsletter)
  • Interessensvertretung der Saatgutinitiativen gegenüber politisch Verantwortlichen, in Stellungnahmen, Fachgesprächen etc.
  • Öffentlichkeitsarbeit für gentechnikfreie Saatgutarbeit
  • Nationale und internationale Vernetzung

Die IG Saatgut wird über Beiträge ihrer Mitgliedsorganisationen, Spenden und Projektmittel finanziert.

Durch GVO bereits bedrohte Kulturpflanzen sind z. B.:

Mangold
Durch Gentech-Zuckerrüben direkt bedroht, da er vom Wind bestäubt wird und sie sich kreuzen können.

Radieschen
Gentech-Raps kann über verwandte Arten, wie Hederich, in Radieschen einkreuzen.

Kürbis
2005 wurden Gentech-Zucchinis in Rheinland-Pfalz entdeckt, die sich mit allen Pepo-Kürbis-Sorten kreuzen können.

Mais
In Chile kontaminiert gentechnisch verändertes Maissaatgut, das für den Export vermehrt wird, konventionelle Maisfelder.

Paprika
Versuche mit Gentech-Paprika sind aus den USA und China bekannt.

Tomaten
Bis 2003 gab die Universität von California Davis versehentlich gentechnisch verunreinigte Saatgut-Proben weiter.

Weiterführende Informationen

Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut): gentechnikfreie-saat.de