Mais: Herkunft und Verbreitung in Europa

Völkerkundemuseum, Berlin, Sibylle Maurer-WohlatzUrsprünglich stammt Mais aus Mexiko. Dort wurde er in der Zeit von 4000 bis 3000 v. Chr. aus Wildgräsern, Teosinte (Zea mays subsp. parviglumis L.)) genannt, domestiziert und weiterentwickelt zu der Formenmannigfaltigkeit, die wir heute kennen.

Ohne menschliches Zutun kann der moderne Mais nicht überleben. Die meist ein bis drei massiven Kolben je Pflanze bzw. Spross sind von zahlreichen Lieschblättern umhüllt. Die fest in den Kolben sitzenden Körner müssen einzeln gesät werden damit sich daraus wieder vollwertige Pflanzen entwickeln. Damit ist Mais eine der wenigen „absoluten Kulturpflanzen“.

Lange bevor die ersten Maiskörner mit Christoph Kolumbus 1493 in Spanien ankamen, hatte sich der Mais über die gesamte „Neue Welt“ (Amerika) verbreitet und sicherte die Lebensgrundlage der Menschen dort.

In Spanien wurde er zuerst als Zierpflanze in Gärten kultiviert. Doch bereits Anfang des 16. Jahrhunderts hatte sich sein Anbau über Südeuropa, den Vorderen Orient bis nach Afrika verbreitet. In den Südalpen gab es bereits 1542 Maisanbau. Nach Mitteleuropa und damit auch zu uns kam der Mais erstaunlicherweise aber nicht über die Alpen, sondern aus dem Vorderen Orient. Namen wie „Türkisch Korn“, „Welschkorn“ oder „Kukuruz“ zeugen davon.

Aufgrund seiner großen Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische Bedingungen, seines hohen Ertrages und vielfältiger Nutzbarkeit wird Mais heute in fast allen Ländern der Erde angebaut.

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