Süßkartoffel

Foto: Susanne Goroll: Süßkartoffelpflanze
Botanischer Name: 
Ipomoea batatas
Die aus den Tropen stammende Süßkartoffel, auch Batate genannt, kann in unseren Breiten zufriedenstellende Erträge erzielen.
Sie wurde schon bei den Vorinkakulturen in Südamerika kultiviert, früh im Mittelalter breitete sich der Anbau bis Ostasien aus, die spanischen Eroberer brachten sie dann mit nach Europa.
Die mehrjährige Knollenfrucht ist nicht mit der Kartoffel verwandt, sondern gehört zu den Winden, die als Zierpflanzen bekannt sind. Ihre Ranken bedecken mit dem üppigen Blattwerk schnell den Boden. Werden die Tage kürzer, zeigt sie ihre hübschen Blüten und beginnt, ihre Knollen zu bilden.
 
Anbau: 
Durch die Klimaerwärmung können angepasste Sorten der Süßkartoffel in unseren Breiten einjährig angebaut werden, vorausgesetzt, man gibt ihnen einen warmen, geschützten Platz. Die vorgezogenen Pflanzen werden frühestens Mitte Mai ins Freiland gepflanzt, etwa 2-3 Pflanzen pro m2. In einer humosen Erde, die feucht aber nicht nass gehalten wird, bedeckt das Rankengewächs nach und nach größere Bodenflächen. Der Anbau in Hochbeeten herunterrankend oder die Dammkultur sind wegen des warmen, lockeren Bodenzustandes günstig. Die Pflanzung in große Töpfen ist möglich. Lässt man sie an einem entsprechenden Gerüst ranken, können sie auch als Sichtschutz dienen.
Hier eine Übersicht der gängigsten Sorten: Sorten für den Freilandanbau
 
Ernte: 
Im Herbst beginnen die Pflanzen ihre verdickten Wurzelknollen auszubilden. Vor dem ersten Frost werden sie geerntet, bis zu 3 kg pro Pflanze.
Frisch geerntet sind sie etwa 2 Wochen haltbar. Für eine dauerhafte Lagerungsfähigkeit müssen sie nach der Ernte für 2 Wochen bei 30°C und 90% Luftfeuchtigkeit gehalten werden, um die Schale zu festigen. Diese Bedingungen sind nur schwerlich für den Privatgärtner zu schaffen.
 
Vermehrung: 

Foto: Susanne Goroll Süsskartoffel

Die geschlechtliche Vermehrung ist weniger zu empfehlen, denn die Entwicklung und Keimfähigkeit der Samen ist eher gering. Ich nehme zur vegetativen Vermehrung Knollen aus dem Supermarkt von einem regionalen, bäuerlichen Produzenten. Platziert man die überwinterten Knollen zur Hälfte in Erde oder ein Wasserglas (die schlankere Seite nach oben, evtl. mit einem Schaschlikspiess fixiert), so wachsen innerhalb weniger Wochen aus den Augen mehrere neue Blatttriebe und auch Wurzeln. Haben die Triebe eine Länge von 20cm erreicht, knipst man sie ab und läßt sie in in einem Wasserglas wiederum bewurzeln. Dann werden sie bis zum Auspflanzen Mitte Mai in erdgefüllten Töpfen an einem hellen Ort gezogen.

Nutzung: 
Sie hat einen süßlichen Geschmack mit hohem Eiweiß- und Stärkegehalt, des weiteren Vitamin A, E, Kalzium und Kalium.
Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten gehen von Gemüsebeilage, in Suppe, als Püree, Pommes Frites, Ofenkartoffeln, Brot, bis zu roh geraspelt in den Salat.
 
Text: Susanne Goroll