Meerkohl

Meerkohl Crambe maritima Foto: Susanne Goroll
Botanischer Name: 
Crambe maritima

Meerkohl ist ein mehrjähriger und langlebiger Vertreter der Kreuzblütler, außerdem absolut winterhart.
Er ist nur entfernt mit den Brassica-Kohlen verwandt. Seine großen, grau-grünen, gewellten Blätter haben ihm wohl zu seinem Namen verholfen. Er wird 30 - 60 cm hoch, treibt früh im Jahr aus und blüht im Mai bis Juni. Über Wurzelausläufer breitet er sich etwas aus.

Der Meerkohl wächst wild an den Kiesstränden der Atlantikküste, der Baltischen See und des Schwarzen Meeres. Dort wurde er in vergangenen Zeiten zur Ernährung gesammelt, heute ist die Pflanze überall geschützt.
Selten wird er als Feinschmeckergemüse in England, Frankreich, Holland und Nordamerika angebaut. Als Küstenpflanze bietet er eine Alternative für den Anbau auf versalzenen Böden.
Synonyme: Küsten-Meerkohl, Seekohl, Strandkohl, engl. sea kale

Sorten: 'Lily White', 'Ordinary Pink-tipped', 'Ivory White'

Anbau: 

Meerkohl ist robust und wird kaum von Schädlingen oder Krankheiten befallen. Kohlweißlinge und Weiße Fliege mögen ihn nicht so, wie andere Kohlgewächse. Er benötigt einen vorwiegend sonnigen Standort. Er bevorzugt einen lehmig-sandigen, durchlässigen Boden mit genügend Nährstoffen und Feuchtigkeit.

Ernte: 
Bereits im April und Mai können die Stängel, junge Blätter und Blütenansätze geerntet werden
Eine frühere Ernte je nach Temperatur ab Ende März kann durch Überstülpen von großen Eimern oder Töpfen erreicht  werden. Die gebleichten Triebe sind dann hell und bilden durch den Lichtmangel kein Chlorophyll aus.

Auch den Rest des Jahres lassen sich die Kohlblätter in der Küche verwenden.

                    

Vermehrung: 

Die Aussaat erfolgt im zeitigen Frühjahr in Töpfe oder ins Freiland in ein Saatbeet. Die Samen sollten dabei nicht zu tief in der Erde liegen. Ein 24-stündiges Vorquellen der Samen in Wasser beschleunigt die Keimung. Später werden die Pflanzen auf etwa 30 cm Abstand vereinzelt. Die ohnehin nicht sehr hohe Keimfähigkeit lässt bereits nach einem Jahr nach. Ein Gutteil der Samenanlagen sind taub. Die Samen zur Reife sind in einer festen, kugeligen Hülle eingeschlossen, am Besten werden sie dann so gesät. Durch die Verwandtschaft des Meerkohls mit den Kohlgewächsen ist eine Fremdbestäubung möglich.
Einfacher ist die Vermehrung durch Wurzel- oder Kopfstecklinge. Dazu gräbt man sie vom Frühjahr bis zum späten Sommer aus, pflanzt sie in Töpfe oder den Gartenboden und hält die Erde gut feucht. Die Bewurzelung dauern nur wenige Wochen.

Nutzung: 

Meerkohlblätter haben jung gepflückt einen ganz zarten Kohlgeschmack, sie sind mild und saftig.
Die gebleichten Stängel (mit leichter Spargelgeschmacksnuance) sind roh und gekocht eine besondere Delikatesse für die gemüsearme Zeit früh im Jahr.
Später, auch nach der Blüte, ist er für deftigere Kohlgerichte zu nutzen.
Die jungen, grünen Blätter und Stängel, sowie die broccoliähnlichen Blütenansätze können roh als Salat, gedünstete Gemüsebeilage oder überbacken zubereitet werden.

Tipps: 

Die großen, blaugrünen Blätter und die überschäumende, weiße Blüte machen den Meerkohl zu einem attraktiven Ziergemüse.

Blühender Meerkohl Foto: Susanne Goroll

Text: Susanne Goroll