Gemüse des Jahres 2004: Die Körnerbohne

Die Bohne in ihrer Nutzung als Körner- oder Trockenbohne ist hierzulande mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Während weltweit die Produktion stetig steigt, sind in Deutschland nahezu alle traditionellen Sorten von den Sortenlisten und damit aus dem Handel verschwunden. Der VEN erhob daher speziell diese Nutzungsform im Jahre 2004 zum Gemüse des Jahres. Und seitdem suchen wir immer wieder neue Paten und Patinnen für zahlreiche Sorten, mehr ...

Es lohnt sich, das Augenmerk wieder stärker auf dieses nahrhafte und wohlschmeckende Gemüse zu lenken. Seine weltweit entstandenene Vielfalt ist schon an der äußeren Form und Farbe der Körner erkenntlich und regt zu kreativen neuen Nutzungen an.

So ist auch durch unsere Unterstützung bei der Sortensuche das Bohnenschmuckprojekt von Dr. Anja Oetmann-Mennen entstanden. Ansichten ihrer Modelle unter: bohnenschmuck.de

Volksnamen der Bohne

Aufgrund ihrer langen Nutzungsgeschichte  tragen die Gartenbohnen -die Buschbohnen, die Reiserbohnen, die Stangenbohnen, die Feuerbohnen- im Volksmund viele Namen.

Bezeichnungen wie Fisole (süddeutsch und österr. für grüne Bohne), Schneide- oder Schnippel-, Brech- und Körnerbohne beziehen sich auf die Verwendung der jeweiligen Nutzungsgruppen.

Entsprechend ihrer Wuchshöhe werden die nicht rankenden Buschbohnen umgangssprachlich auch Zwerg-, Krupp- oder Hockerbohnen genannt und von den Stangen-, Steig- oder Windebohnen unterschieden.

Der Tag Vitis (15. Juni) stand Pate für die Bezeichnungen Veits-, Fiz-, Vikesbohne und viele weitere ähnliche Namen mit Bezug auf das Legen der Bohnen oder den Blühbeginn mancher Sorten etwa Mitte Juni.

Die ebenfalls geläufigen Bezeichnungen Schmink- oder Schmückbohne bieten verschiedene Deutungsmöglichkeiten. Manche Autoren gehen vom Gebrauch als Schminke aus (das Mehl glättet die Haut) während andere diese Namen mit der Farbe und Musterung der Samen bzw. Hülsen in Verbindung bringen.

Beim Genuß von Gerichten aus reifen, gekochten Leguminosensamen wie Erbsen und Körnerbohnen treten oft Blähungen auf. Das führte zu volkstümlichen Namensgebungen wie Windknaller, Musikant, Füchzpillen u. ä.

Die auffallend feuerroten Blüten haben den Feuerbohnen ihren Namen eingetragen. Mancherorts spricht man auch von Scharlach- oder Blaut(Blut)-Bohnen.

Die Größe der Einzelblüten und ihre Anordnung in größeren Blütenständen als bei den Gartenbohnen haben bei den Feuerbohnen auch zu Namensgebungen wie Blumenbohnen, Prunkbohnen, Prahl- oder Pläsierbohnen geführt.

Aufgrund ihrer großen Samen wurde die Feuerbohne auch Riesen-, Büffel- oder Roßbohne genannt.

Die meist rauen Hülsen führten zu Bezeichnungen wie Woll- oder Rauhbohne.

Bezüglich ihrer Herkunft herrschte lange Zeit Unklarheit. So trug die Feuerbohne auch die ursprüngliche Fuchs'sche Bezeichnung der Gartenbohne, nämlich Welsche Bohne, ferner u.a. Arabische Bohne, Türkenbohne, Pollack'n, Unger Fisolen oder Spanische Bohnen.

Die Volksnamen sind nie systematisiert worden und sicher gibt es eine ganze Reihe weiterer gebräuchlicher Bezeichnungen.

Rezept: Bohnen süß-sauer, Rheinische Art

von Ursula Reinhard (für 4 - 6 Portionen)

Zutaten:

  • 500 g beliebige weißkörnige Bohnen
  • 1 l Wasser
  • 2 El Zucker
  • 2 Tl Salz
  • 75 ml Essig
  • 3-4 El Rheinisches Apfelkraut

Bohnen ca. 12 Std. einweichen und im Einweichwasser aufkochen und danach 1 - 2 Std. quellen und völlig abkühlen lassen. Dies je nach Größe der Bohnenkerne so oft wiederholen bis die Bohnen gar sind, bei Bedarf Wasser ergänzen. Beim letzten Kochvorgang alle übrigen Zutaten vermengen, zu den Bohnen gießen und solange köcheln lassen bis die Flüssigkeit fast völlig von den Bohnen aufgesaugt und der Rest zu einer sämigen braunen Soße eingekocht ist. Die nun „braunen Bohnen“ als Vorspeise oder Beilage servieren.

Guten Appetit!

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