Erhalter für Raritäten gesucht!

Die Fachgruppe Haus- und Hofgartensorten aus Westfalen sucht Erhalter für mehrere Raritäten:

Atriplex hortensis

Gartenmelde (pdf-Datei)

Die Garten-Melde ist eine historische Spinatpflanze, die in verschiedenfar­bigen Varianten von gelb, grün über rot bis violett-braun angebaut wird. Sie ist ein einjähriges, schnellwüchsiges Gemüse, das früher als erster Vitamin C- und Mineralstofflieferant im Jahr eine wich­tige Rolle im Garten spielte. Die Blätter der Garten-Melde ähneln geschmacklich dem Spinat, sind aber meist milder, wovon sich vermutlich der Name „Melde“ ableitet. Diese grüne Melde wurde in einem Garten im Lipper Bergland seit Beginn der 1950er Jahre bis zur Aufgabe des Gartens in 2015 angebaut. Hierher gelangte sie durch Einheirat aus dem Sandgebiet der Region Harsewinkel. Die Garten-Melde war mindesten seit den 1900 er Jahren im Familienbesitz.

 Malva verticillata

Gemüsemalve (pdf-Datei)

Diese Gemüsemalve stammt aus dem Osnabrücker Raum. Dort existiert sie nachweislich bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts und stammt wahrscheinlich aus dem in Cloppenburg von den Schwestern Unserer Lieben Frau gegründeten St.-Vincenzhaus als Heim für behinderte Kinder.

 Allium x cornutum

Johannislauch (pdf-Datei)

Der Johannislauch ist eine Kulturpflanze, die fast aus der Nutzung verschwunden ist und sich nur noch in einigen Hausgärten gehalten hat. In vielen Regionen wurde er durch die Frühlingszwiebel verdrängt.

Durch die Sammlung und Vermehrung alter Landsorten sind in den Gärten des LWL-Freilichtmuseums sechs Johannislauch-Herkünfte gesichert worden. Diese weiterzugebene Variante stammt aus einem Garten im Oberwälder Land (Kreis Höxter). Dort wird er seit 1930 auf lehmigem Schluffboden angebaut und vermehrt. Die Pflanze bildet kleine längliche Zwiebeln mit hellbrauner Schale.

Phaseolus vulgaris var. nanus

Krüperbohne (pdf-Datei)

Diese Buschbohne wird in der Überlieferung als „Krüper“ bezeichnet, womit allgemein im Plattdeutschen Busch-Bohnen von Stangen-Bohnen unterschieden werden, da der Begriff auf das Kriechen bzw. das Sich-nah-an-der-Er­de-bewegen zurückzuführen ist. Diese Bohne wird schon lange im Museum vermehrt und kommt aus einem Garten In Lage-Ehrentrup im Kreis Lippe, der über mehrere Generationen hinweg geführt wurde. Der Spender dieser Akzession teilte uns mit, dass der Name „Krüperbohne“ speziell für diese Bohne genutzt wurde und in ganz Lippe als Sorte bekannt war. Diese Sorte wurde fast in jedem Garten angebaut. Sie ist robust und hat grün-rot marmorierte Hülsen mit beige-rot gesprenkelte Samen. Sie wurde nur als Trockenbohne genutzt, z.B. für Eintopfgerichte, v.a. Blindhuhn (traditionell).

Wer mitmachen möchte, kann sich gern über folgende E-Mail-Adresse melden: westfalen (at) nutzpflanzenvielfalt.de