Fachgruppe Haus- und Hofgartensorten aus Westfalen

Fachgruppe Haus- und Hofgartensorten aus WestfalenFoto: LWL/Karen Stuke

Gärten zur Selbstversorgung mit einer großen Auswahl an Gemüse und Obstsorten, Blumen, Gewürz- und Heilpflanzen sind oder waren ein traditioneller Bestandteil von Dörfern. Diese Gärten sind historisch gewachsen und haben sich in das Ortsbild eingefügt. Die Gärten und ihre Nutzpflanzen sind ein wichtiger Bestandteil unseres kulturellen Erbes. Diese Vielfalt ist durch den Anbau von Lokal- und Haussorten entstanden. Lokal und Haussorten sind wiederum von Laien gezüchtete Sorten. Die Auswahlkriterien zur Selektion dieser Sorten sind engverbunden mit den Biografien von einzelnen Personen, Familien oder von ganzen Höfen. Häufig können Anbauerinnen und Anbauer Anekdoten zur angebauten Kultur erzählen oder wissen noch welcher Urgroßvater oder welche Urgroßmutter zu welchem Ereignis das Saatgut mit auf den Hof oder zum Haus gebracht hat. Oftmals geschah das zu Hochzeiten aber auch durch Krieg oder Vertreibung wurden Haussorten von einem Ort zu einem anderen gebracht.

Die ländlichen Gärten selbst und insbesondere die Vielfalt an Nutz- und Zierpflanzen sind stark bedroht. Die Gärten werden aufgegeben oder der Anbau von Lokal- und Haussorten wird zugunsten von Hybridsaatgut aus dem Gartenmarkt eingestellt.

Die Fachgruppe Haus- und Hofgartensorten versucht die Tradition von Anbau, und Zucht alter Haussorten zur Selbstversorgung wieder zu beleben, sie wo es noch möglich ist, lebendig zu erhalten und Fortzuschreiben.

Aufgaben der Fachgruppe

Die Fachgruppe sucht nach Lokal- und Haussorten aus Westfalen sowie den Geschichten und Anekdoten die zu diesen Sorten gehören. Die Fachgruppe bewahrt das Wissen über die tradierten Nachbauverfahren und Selektionsmuster gesammelter Lokal- und Haussorten. Die Fachgruppe versucht, Menschen zu begeistern, Haussorten in den eigenen Gärten anzubauen, sie nachzubauen und die Tradition von der Saatgutgewinnung zur Selbstversorgung wiederaufzunehmen.

Erste Kulturen: Buschbohne, Johannislauch, Gemüse Malve

Wer mitmachen möchte, kann sich gern über folgende E-Mail-Adresse melden: westfalen@nutzpflanzenvielfalt.de