G20 und der Zugang zu Saatgut in Afrika

„Das Menschenrecht auf Nahrung wird zunehmend durch Landgrabbing und Beschränkungen des Zugangs zu Saatgut verletzt. Die G20-Staaten tragen hierzu maßgeblich bei, indem sie einseitig auf Wirtschaftswachstum und die Bevorzugung großer Unternehmen setzen“, erläutert Gertrud Falk vom FoodFirst Informations-& Aktions-Netzwerk (FIAN) in der Pressemitteilung von FIAN Deutschland vom 4.7.17.

17 der G20-Staaten sind Mitglied des Internationalen Sortenschutzabkommens UPOV, das Geistige Eigentumsrechte auf Pflanzenzüchtungen ermöglicht und damit den Zugang zu Saatgut einschränkt.

Laut einem Artikel in der Jungen Welt moniert FIAN, "die G- 20-Staaten schwächten die Vereinten Nationen und ihre Fachorganisationen durch ihre Politik. Deren Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 würden auf dem Gipfel vernachlässigt. Es gelte, vielfältige bäuerliche Landwirtschaft zu fördern, die wichtig für Klimaschutz und Hungerbekämpfung sei, betonte Frank Ademba vom Bauernnetzwerk MVIWATA in Tansania auf der Veranstaltung von FIAN und anderen Nichtregierungsorganisationen in Hamburg. Durch Allianzen zwischen westlicher Entwicklungspolitik und Agrarkonzernen werde kleinen Landwirten der Boden unter den Füßen weggezogen. Landraub und Bodenspekulation seien an der Tagesordnung. Das Verwenden selbstgewonnenen Saatguts werde Kleinbauern zunehmend erschwert. Das von 17 der 20 in Hamburg vertretenen Staaten ratifizierte »Internationale Abkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen« (UPOV) verhindere dies. »Satte Menschen statt satte Gewinne« lautet deshalb ein Slogan von FIAN.

Gertrud Falk berichtete, Länder des globalen Südens würden von den Industriestaaten unter anderem im Rahmen von Handelsverträgen gedrängt, dem Abkommen beizutreten. In Tansania sei das bereits geschehen. Dort müssen Bauern nach Angaben der FIAN-Expertin seither mit hohen Strafen rechnen, wenn sie einfach einen Teil ihrer Ernte zur Neuansaat verwenden. Die G-20-Staaten unterstützten »ein System, das die Umverteilung von unten nach oben begünstigt«, konstatierte Falk."