Testbiotech: Keine klimaangepassten NGT-Pflanzen in Sicht

Neue Gentechnik (NGT) muss ganz schnell kommen - sonst kann die Landwirtschaft dem Klimawandel nicht standhalten und die Welternährung kann nicht mehr gesichert werden!
Immer wieder hört man dieses Argument, das die Biotech-Industrie und auch die EU-Kommission anführen, um die Deregulierung von NGT als dringende Notwendigkeit darzustellen. Von vielen Medien wurde es aufgenommen und gebetsmühlenhaft wiederholt. Es entsteht der Eindruck, eine Fülle von Superpflanzen warte nur darauf, die Menschheit zu retten. Ist da nicht doch etwas dran?
Der New GMOs Market Report nennt dazu ernüchternde Zahlen: Weltweit werden derzeit lediglich drei NGT-Pflanzen angebaut: zwei Maispflanzen in den USA, die resistent gegen Insekten und gegen Herbizide sind, also Unkrautvernichtungsmittel überleben, und eine Tomate in Japan mit erhöhtem GABA-Gehalt, die den Blutdruck senken soll - ein fragwürdiges „Lifestyle-Produkt“. Zwei NGT-Pflanzen wurden bereits wieder vom Markt genommen, ein ebenfalls herbizidtoleranter Raps und eine gentechnisch veränderte Sojabohne mit erhöhtem Ölsäuregehalt. Sind das die Pflanzen, die wir wirklich brauchen?
Einen sehr guten Überblick über die lange Geschichte der Versprechungen, die mit dem Einsatz der Gentechnik verbunden wurden, erhält man auf der Seite GMO Promises. Letztendlich ist die Mär von der Weltrettung so alt die Gentechnik selbst, auch wenn die Biotech-Lobby die Neue Gentechnik heute gerne mit dem eigens kreierten Marketingbegriff „Neue Züchtungstechnologien“ umschreibt.