Botanik

Maisvielfalt, Jasmin KarpDer wissenschaftliche Name Zea mays L. setzt sich zusammen aus der Gattungsbezeichnung Zea (griechisch: Grund des Lebens), der Art mays (haitianisch: unsere Mutter) und dem abgekürzten Namen des Erstautoren, Carl von Linné (1707-1778). Mais gehört wie alle Getreide und die Hirsen zur Familie der Süßgräser. Deren Früchte (nicht Samen!) werden als Karyopsen bezeichnet. Bei diesen einsamigen, nussähnlichen Schließfrüchten ist die sehr dünnwandige Frucht- mit der Samenschale unlösbar verwachsen.

Er unterscheidet sich von allen heimischen Getreiden durch die getrennten männlichen und weiblichen Blütenstände. Als aus den Tropen stammende Kulturpflanze verträgt der Mais keinen Frost und auch niedrige Temperaturen schlecht. Er wächst unter fast allen klimatischen Bedingungen, auf allen Böden mit Ausnahme von nassen und kalten Tonböden. Sandige Böden benötigen eine reichliche Düngung und eine gleichmäßige Wasserversorgung. Im Gegensatz zu unseren Getreidearten ist der Mais durch seinen C4-Photosynthese-Stoffwechsel enorm produktiv. Die Sonnenenergie wird besonders wirkungsvoll umgesetzt, Wasser und Kohlendioxid besser ausgenutzt.

Mais ist ein Fremdbefruchter. An der Spitze einer Pflanze und aller blühenden Seitentriebe befinden sich die männlichen Blütenrispen, die auch als Fahnen bezeichnet werden. Die weiblichen, von Hüllblättern umgebenen Blütenstände stehen einzeln oder zu mehreren seitlich an den Sprossen. Zur Blütezeit erscheinen die Griffel- und Narbenfäden oder „Seide“ an der Spitze der Blütenstände. Die Farbe der reifen Maiskörner reicht von weiß über gelb, ocker, orange, rot, purpurn, braun, grün, violett bis hin zu blau und fast schwarz. Mehrfarbige Körner sind vom Punkt- und vom Mosaikmais bekannt, auch Sorten mit metallisch glänzenden oder durchscheinenden Körner (Glas-Mais) gibt es, bei wieder anderen sind nur bestimmte Teile des Korns anders gefärbt als der Rest. Vom Mais gibt es tausende Kultursorten, sowohl Land- als auch Zuchtsorten, die entsprechend der Nutzung ihrer Körner in Konvarietäten (convar.) zusammengefasst werden.

Hartmais – convar. mays, engl. flint corn, in Amerika bereits weit verbreitet, als die Spanier ankamen und die erste Form, die nach Europa gelangte. Obere Fruchtwand rund, stärke- und eiweißreiche Körner. Wird vor allem in kühleren Regionen als Tierfutter angebaut.

Zahnmais – convar. dentiformis Körn., engl. dent corn, ist die am weitesten verbreitete und ertragsreichste Sortengruppe. Das harte Hornendosperm ist ringförmig angeordnet und fehlt an der oberen Fruchtwand. Die reifen Körner sind in der Mitte eingesunken und erinnern damit an Pferdezähne. Der wärmebedürftige Zahnmais dient als Viehfutter sowie für industrielle Produkte, darunter Stärke, Keimöl, Sirup und Alkohol.

Puffmais – convar. microsperma Körn., engl. popcorn, ist eine der ältesten Nutzungsformen. Das gesamte Nährgewebe ist hart. Beim Erhitzen springen Frucht- und Samenschale auf, und das Innere vergrößert sich plötzlich auf das Mehrfache seines ursprünglichen Volumens. Popcorn eignet sich nicht zum Mahlen und Kochen.

Zuckermais – convar. saccharata Körn., engl. sweet corn, kann wegen eines fehlenden Gens den gebildeten Zucker nicht in Stärke umwandeln. Bei der Reife schrumpfen die Körner stark. Er wird unreif verzehrt.

Erdbeermais
20 'Fraise Blanche II'

Feder- oder Spelzmais
18 'Federmais Minima'
19 'Federmais Vetu Automne'

Poppmais
21 'Rumänischer Popmais'
22 'Long Pop'
23 'Minipop Violett'
24 'Micro Pop'

Süßer Weichmais
1 weißer o.N.

Zahnmais
14 'Gelber Österreicherischer
     Zahnmais'
15 'Rudenbauer Divinität'
16 'Oaxacan Green'
17 weiß, o.N.

Maisvielfalt, Jasmin Karp

Zuckermais
2 'Blood Brother'
3 'Luther Hill'2
4 'Aztec Noir'

Stein- oder Hartmais
10 'Vercasca Mais'
11 'Minnesota Bear'
12 'Bunter Hartmais'
13 'Cacahuasiutle'

Wachsmais
9 'Glotinous DMR Comp. Pop # 41'

Weich- oder Stärkemais
5 gelb, o.N.
6 'Rio Lucio'
7 'Moucheté du Pérou'
8 'Painted Mountain'

Weich- oder Stärkemais – convar. amylacea (Sturt.) Greb., engl. flour corn, hat kein Horn-Endosperm (Eiweiß), ist dafür aber sehr stärkereich. Er eignet sich hervorragend zum Mahlen und war für Jahrhunderte das wichtigste Nahrungsmittel in Südamerika. Stärkemais wird vom tropischen Tiefland bis 3.000 m über NN. angebaut, in Europa aber nur selten kultiviert. Verwendung als Speise-, Mehl-, Bier- und als Mais für Tortillas.

Wachsmais – convar. ceratina Kulesh., engl. waxy corn, ist in China entstanden. Er wird hauptsächlich in Süd- und Ostasien angebaut. Die Körner haben einen Überzug aus Amylopektin, einer Stärkevorstufe, der ihnen das wachsartige Aussehen verleiht. Wachsmais dient u. a. für die Herstellung von Puddingpulver und Kleber.

Spelzmais – var. tunicata St. Hil., engl. pod corn, ist insofern eine Besonderheit, als jedes der meist dem Popcorn ähnlichen Körner bespelzt ist. Ein wohl nur als Zierpflanze bzw. zur Dekoration genutztes Kuriosum, das bisher keiner Konvarietät zugeordnet ist.

Innerhalb aller oben genannten Konvarietäten gibt es meist nach den Kornfarben benannte Varietäten. Da Formen nicht beschrieben wurden, schließen sich unmittelbar daran die zahllosen lokalen Sorten und die Zuchtsorten an. Die Größe der Körner reicht von wenigen Millimetern bis zu Körnern von 2,5 cm Durchmesser und 1 cm Dicke. Die Tausendkornmasse (TKM) liegt zwischen 200 und 450 g.

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